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Samstag, 17. September 2011

Post-Angestellte demonstrieren gegen Rationalisierungen

Rund 500 Post-Angestellte haben an einer Kundgebung in Bern gegen das Rationalisierungsprojekt «Distrinova» protestiert. Die Kundgebungsteilnehmer befürchten, dass bei der Briefzustellung viele Jobs in Teilzeitstellen umgewandelt werden.

Mehrere Demonstranten mit Bannern.(© keystone)

Trillerpfeifen-Konzert gegen das Rationalisierungs-projekt «Distrinova».
Mit «Distrinova» will die Post die Briefzustellung weiter automatisieren und damit 270 Stellen einsparen. Entlassungen soll es nicht geben. Der Abbau könne durch natürliche Fluktuationen aufgefangen werden, versicherte die Post im Juni.
Die Gewerkschaft Syndicom, die zur Kundgebung aufgerufen hatte, kritisierte, die Post sage nur die halbe Wahrheit. Es sei zu befürchten, dass beinahe die Hälfte der verbleibenden Arbeitsplätze zu Teilzeitstellen werden.
Verschiedene Redner betonten in Bern, dass ein Pöstler heute von seinem Lohn könne, auch mit einer Familie. Mit «Distrinova» könnte sich dies ändern, denn mit einem Teilzeitjob werde es gerade für Familien finanziell bald einmal eng.

«Effizient aussortiert»
Hinter den bedrohten 270 Stellen, stünden rund 350 Mitarbeitende, «die effizient aussortiert und weggestellt werden», sagte Syndicom-Zentralsekretär Heinz Suter vor den Kundgebungsteilnehmern in Bern.
Die Post restrukturiere und optimiere ihre Gewinne auf dem Buckel des Personals, doppelte Fritz Gurtner von der Gewerkschaft Syndicom nach. Die aus der ganzen Schweiz angereisten Pöstler quittierten dies mit einem lauten Trillerpfeifen-Konzert an die Adresse der Post-Führung.
Flankierende Massnahmen
Die Gewerkschaft fordert von der Post als flankierende Massnahme, dass die wöchentliche Arbeitszeit der Zustell-Mitarbeiter um fünf Stunden bei gleichem Lohn reduziert wird.
Dies sei die einzige Möglichkeit, wie «die von der Automatisierung gefressene Zeit» kompensiert werden könne, betonte Suter. Eine erste Verhandlungsrunde mit der Post habe allerdings noch kein Ergebnis gebracht.
Die Kundgebung auf der Berner Schützenmatt vom Samstag war übrigens die erste der neuen Gewerkschaft Syndicom. Diese war im Dezember 2010 aus einer Fusion der Mediengewerkschaft Comedia mit der Gewerkschaft Kommunikation entstanden.

Und was nun - die Wirtschaftskriese wird immer schlimmer und die Scheere zwischen arm und Reich immer grösser. Erarbeiten Sie Plan B bevor Sie ihn brauchen

Jacky Lener

Donnerstag, 15. September 2011

BKW kündigt nach enttäuschenden Halbjahreszahlen Stellenabbau an


Bild zum Artikel
Das BKW-Kernkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern (Archiv)
Bild: Keystone

Der Gewinn des Energiekonzerns BKW ist im ersten Halbjahr eingebrochen. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen noch 90,5 Millionen Franken und damit 32,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Betriebsgewinn (EBIT) ging um 25,0 Prozent auf 141,6 Mio. Fr. zurück, wie BKW am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sank um 2,1 Prozent auf 1,35 Mrd. Franken.
Den Gewinneinbruch führt der Konzern in erster Linie auf die tiefen Energiepreise, die Baisse an den Aktienmärkten sowie die Folgen der Atom-Katastrophe in Japan zurück. Die Sistierung der Rahmenbedingungsgesuche für Ersatzkernkraftwerke verursachte Kosten von 14 Mio. Franken.
Nach dem schwachen Ergebnis im ersten Halbjahr will die BKW nun die beeinflussbaren Kosten um 15 Prozent senken. Dabei sei auch mit einem Stellenabbau zu rechnen, hiess es in der Mitteilung weiter. Dessen Umfang könne aber noch nicht beziffert werden.
Auch Axpo unter Spardruck
Auch der Energiekonzern Axpo kündigte bereits Massnahmen gegen schwindende Gewinne an: Über Kostensenkungen, Investitionen in Kraftwerke und Effizienzsteigerungen will das Unternehmen seinen jährlichen Gewinn um 100 Mio. Fr. steigern. Dazu müsse auch mit einem Stellenabbau gerechnet werden, teilte Axpo am Mittwoch mit, ohne jedoch Zahlen zu nennen.
(sda)
Hier stellt sich wieder einmal mehr die Frage: Arbeitnehmer bleiben, oder Unternehmer werden? Wer früh genug an Plan B denkt und aufbaut, hat für solche Situationen vorgesorgt.
Ein gutes Netzwerk aufzubauen lohnt sich immer.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg
Jacky Lener